Glossar

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A

 
Alimentenbevorschussung
Bei der Alimentenbevorschussung handelt es sich um vorgelagerte Bedarfsleistungen, wenn Beiträge der unterhaltsverpflichteten Person nicht eintreffen. Im Kanton Thurgau werden nur Kinderalimente bevorschusst. Alimentenvorschüsse werden in der Fürsorgerechnung im Rahmen der "Übrigen Sozialhilfe" (Konto 589.366.2) erfasst (brutto). Die Netto-Vorschüsse entsprechen den Brutto-Vorschüssen abzüglich der Rückzahlungen der Schuldner für die Alimentenvorschüsse (Konto 589.436.2). 
 
Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote ist definiert durch die Zahl der registrierten Arbeitslosen (Jahresdurchschnitt) geteilt durch die Zahl der Erwerbspersonen. Die Arbeitslosenquoten werden seit Mai 2012 (Jahreswerte rückwirkend bis 2010) anhand der Erwerbspersonenzahlen gemäss Strukturerhebung 2010 des Bundesamts für Statistik berechnet. Dies ist eine Stichprobenerhebung. Es gibt deshalb einen statistischen Unsicherheitsbereich, der mit Hilfe des Variationskoeffizienten (VK) gekennzeichnet wird. Auf Kantonsebene beträgt der Variationskoeffizient 1,1 bis 2 %, auf Bezirksebene 2,1 bis 5,0 %. Für eine Aussage auf Gemeindeebene ist die Stichprobe zu klein.  

 
Arbeitspendler
Unter Arbeitspendlern versteht man Erwerbstätige ab 15 Jahren, deren fixer Arbeitsort ausserhalb ihres Wohngebäudes liegt. Keine Arbeitspendler sind demzufolge Personen, die zu Hause arbeiten oder die keinen fixen Arbeitsort haben (z. B. Vertreterinnen und Vertreter). Unterschieden werden Binnenpendler, die innerhalb des untersuchten Gebiets (Kanton, Bezirk etc.) wohnen und arbeiten, von Wegpendlern, die das untersuchte Gebiet verlassen und ihrer Beschäftigung z. B. in einem anderen Kanton oder im Ausland nachgehen. Zupendler sind Erwerbstätige, die ausserhalb des untersuchten Gebiets wohnen und zum Arbeiten in das entsprechende Gebiet pendeln.
 
Arbeitsstätte
Eine Arbeitsstätte ist eine räumlich abgegrenzte Einheit eines -> Unternehmens, wo eine wirtschaftliche Tätigkeit ausgeübt wird. 
 
Arbeitsvorrat
Der Arbeitsvorrat (Ausgaben) umfasst die für das Folgejahr vorgesehenen Bauinvestitionen sämtlicher Bauprojekte, welche sich am Stichtag 31.12. im Bau befanden, sowie die für das Folgejahr vorgesehenen Ausgaben der öffentlichen Unterhaltsarbeiten.
Der Arbeitsvorrat (Investitionen) umfasst die für das Folgejahr vorgesehenen Bauinvestitionen sämtlicher Bauprojekte, welche sich am Stichtag 31.12. im Bau befanden.
 

Attraktivität, überparteiliche (Wahlen)
Die überparteiliche Attraktivität der Kandidierenden gibt an, wie viele Panaschierstimmen eine Partei pro kandidierender Person auf ihrer Hauptliste und pro 1'000 parteifremden Wahlzetteln erhalten hat.

Formel:  (erhaltene Panaschierstimmen / (Anzahl Kandidierende x parteifremde Wahlzettel)) x 1'000 

Aufenthaltsdauer (in Hotel- und Kurbetrieben)
Anzahl Logiernächt dividiert durch die Anzahl Ankünfte in einem Hotel oder Kurbetrieb bzw. in einem Betrieb der Parahotellerie.
 

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B

 
Bauausgaben
Die Bauausgaben umfassen die Bauinvestitionen plus das Total der öffentlichen Unterhaltsarbeiten. 
 
Bauinvestitionen
Die Bauinvestitionen umfassen sämtliche Ausgaben öffentlicher und privater Auftraggeber für bewilligungspflichtige Um- und Neubauprojekte. Die Kosten beinhalten alle Vorbereitungsarbeiten, die reinen Baukosten, alle fest eingebauten Einrichtungen, die der spezialisierten Nutzung eines Bauwerks dienen, die Umgebungsarbeiten sowie alle Erschliessungsarbeiten innerhalb der Grundstücksgrenzen und alle Baunebenkosten. Ausgeschlossen sind die Kosten für den Erwerb des Grundstücks, die Erschliessung ausserhalb der Grundstücksgrenzen, die Kosten für die Ausstattung mit mobilen Gegenständen sowie die öffentlichen Unterhaltsarbeiten.
 
Bauperiode
Unter Bauperiode wird die Periode der Fertigstellung des Gebäudes beschrieben. Eventuell am Gebäude vorgenommene Veränderungen oder Umgestaltungen werden hier nicht berücksichtigt.
 

Beliebtheit bei Wählern anderer Parteien
Die Beliebtheit eines Kandidaten bei Wählern anderer Parteien berechnet sich aus den erhaltenen Panaschierstimmen pro 1'000 parteifremder Wahlzettel.

Formel: (erhaltene Panaschierstimmen / parteifremde Wahlzettel) x 1'000 

 
Bettenauslastung (Tourismus)
Anzahl Logiernächte dividiert durch die gesamte Nettobettenkapazität der betreffenden Periode, in Prozenten ausgedrückt (die Nettobettenkapazität entspricht der Anzahl Betten eines Betriebes im Erhebungsmonat multipliziert mit der Anzahl Öffnungstage dieses Betriebes in dem Monat).
 

Bevölkerung

Die kantonale Bevölkerungserhebung erfasst die ständige Wohnbevölkerung nach ihrem zivilrechtlichen Wohnsitz bei den Einwohnerämtern der Politischen Gemeinden mit Stichtag am 31. Dezember des Jahres. Als zivilrechtlicher Wohnsitz einer Person gilt die Gemeinde, in der sie sich mit der Absicht des dauernden Verbleibs aufhält. Bei den Schweizer Staatsangehörigen ist dies in der Regel die Gemeinde, in welcher der Heimatschein hinterlegt ist, die Steuern bezahlt und die politischen Rechte ausgeübt werden. Bei ausländischen Staatsangehörigen sind es die Aufenthalterinenn und Aufenthalter mit einem B-Ausweis und die Niedergelassenen mit einem C-Ausweis. Seit 2015 (Bevölkerungsbestand per 31.12.2015) zählen auch Kurzaufenthalter/-innen mit einer L-Bewilligung länger als 12 Monate zur ständigen Wohnbevölkerung. Da die kantonale Erhebung auf den verfügbaren Daten der Einwohnerregistern der Thurgauer Gemeinden basiert (und keinen anderen Registerdaten), ist der Bevölkerungsbegriff enger gefasst als in den Bundeserhebungen.

Zur ständigen Wohnbevölkerung zählt das Bundesamtes für Statistik :

  • alle schweizerischen Staatsangehörigen mit einem Hauptwohnsitz in der Schweiz;
  • ausländische Staatsangehörige mit einer Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung für mindestens zwölf Monate (Ausweis B oder C oder EDA-Ausweis [internationale Funktionäre, Diplomaten und deren Familienangehörige]);
  • ausländische Staatsangehörige mit einer Kurzaufenthaltsbewilligung (Ausweis L) für eine kumulierte Aufenthaltsdauer von mindestens zwölf Monaten;
  • Personen im Asylprozess (Ausweis F oder N) mit einer Gesamtaufenthaltsdauer von mindestens zwölf Monaten.

Zur nichtständigen Wohnbevölkerung zählt das Bundesamt für Statistik:

  • ausländische Staatsangehörige mit einer Kurzaufenthaltsbewilligung (Ausweis L) für eine Aufenthaltsdauer von weniger als zwölf Monaten;
  • Personen im Asylprozess (Ausweis F oder N) mit einer Gesamtaufenthaltsdauer von weniger als zwölf Monaten. 

Bei der Analyse von Daten aus früheren Volkszählungsergebnissen gilt darüber hinaus zu berücksichtigen, dass die ehemalige Volkszählung auf dem Konzept der Wohnbevölkerung nach wirtschaftlichem Wohnsitz basiert. Der wirtschaftliche Wohnsitz ist die Gemeinde, in der sich eine Person die meiste Zeit aufhält, deren Infrastruktur sie benützt und von der aus sie den täglichen Weg zum Arbeits- bzw. Ausbildungsort aufnimmt. Erfasst wurden bis 2000 in den Volkszählungsdaten also beispielsweise auch Saisonarbeiter (Ausweis A) oder Kurzaufenthalter (Ausweis L) mit einer Aufenthaltsdauer von weniger als 12 Monaten.

Das Staatssekretariat für Migration zählt zur ständigen Wohnbevölkerung:

  • ausländische Staatsangehörige mit einer Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung für mindestens zwölf Monate (Ausweis B oder C);
  • ausländische Staatsangehörige mit einer Kurzaufenthaltsbewilligung (Ausweis L) für eine kumulierte Aufenthaltsdauer von mindestens zwölf Monaten;

Aufgrund verschiedener Begriffe und Konzepte sind die Ergebnise nicht direkt miteinander vergleichbar. Sie ergänzen sich vielmehr. Welche Statistik herangezogen wird ist unter anderem auch abhängig von der Fragestellung.

 
Bevölkerungsbilanz (ständige Wohnbevölkerung)
In der Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung wird der Bevölkerungsstand aus dem Anfangsbestand und den Bewegungskomponenten berechnet. Zu den Bewegungskomponenten zählen Geburten, Todesfälle, Zu- und Wegzüge sowie auch Bürgerrechtswechsel.
 

Bilanzfehlbetrag bzw. Eigenkapital (einer Politischen Gemeinde) in Steuerprozenten
Kennzahl zur Beurteilung der Finanzlage einer Politischen Gemeinde. Die Höhe des Eigenkapitals oder des Bilanzfehlbetrags wird in Steuerprozenten dargestellt. Daraus wird ersichtlich, wie viele Reserven die Gemeinde hat, um künftige Aufwandüberschüsse decken zu können. Besteht ein Bilanzfehlbetrag, muss dieser innerhalb von fünf Jahren, das heisst jährlich um einen Fünftel, abgeschrieben werden. Überschreitet der Bilanzfehlbetrag die Steuerkraft der Gemeinde, ist der Steuerfuss zu erhöhen.

Formel: (Bilanzfehlbetrag oder Eigenkapital x 100) /  Steuerkraft

Beurteilung:      < 0 Steuer-% Bilanzfehlbetrag
  0 - 30 Steuer-% knappes Eigenkapital
  30 - 60 Steuer-% ausreichendes Eigenkapital (ideal)
  60 - 100 Steuer-%      hohes Eigenkapital
  > 100 Steuer-% sehr hohes Eigenkapital


Bemerkungen:

  • Die Limite, wonach der Steuerfuss zu erhöhen ist, wenn der Bilanzfehlbetrag die Steuerkraft der Gemeinde überschreitet, ist hoch angesetzt. Bereits ein Bilanzfehlbetrag von zehn Steuerprozenten verdient besondere Aufmerksamkeit und Massnahmen zur Verbesserung der Finanzlage.
  • Die Kennzahl erhebt der Kanton Thurgau zusätzlich zu den von der "Konferenz der Kantonalen Aufsichtsstellen für die Gemeindefinanzen (KKAG)" empfohlenen sieben Kennzahlen. Der relativ geläufige Indikator ist durch die kantonalen Eigenheiten der Steuersysteme nicht gesamtschweizerisch vergleichbar.
  • Der Bilanzfehlbetrag bzw. das Eigenkapital in Steuerprozenten wird immer mit Werkbetrieben ausgewiesen.
 

Bruttoverschuldungsanteil (einer Politischen Gemeinde)
Kennzahl zur Beurteilung der Finanzlage einer Politischen Gemeinde. Sie misst die Bruttoverschuldung im Verhältnis zu den Erträgen. Die Verschuldung wird als kritisch eingestuft, wenn die Schwelle von 200 % überschritten wird.

Formel: (Bruttoverschuldung x 100) / Finanzertrag

Beurteilung:      < 50% sehr gut
  50 - 100% gut
  100 - 150% mittel
  150 - 200%      schlecht
  > 200% kritisch


Bemerkung: Der Bruttoverschuldungsanteil wird immer inklusive der Werke ausgewiesen. Dies kann in Einzelfällen zu unüblich hohen Werten bei dieser Kennzahl führen. 

 

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E

 
Eigenkapital (einer Politischen Gemeinde) in Steuerprozenten
-> siehe Bilanzfehlbetrag
 
Einbürgerung (im erleichterten und ordentlichen Verfahren)
Die erleichterte Einbürgerung besteht insbesondere für ausländische Ehepartner eines schweizerischen Staatsangehörigen sowie ausländische Kinder mit einem schweizerischen Elternteil.
Die ordentliche Einbürgerung betrifft in der Regel ausländische Staatsangehörige, welche seit zwölf Jahren (davon drei in den letzten fünf Jahren vor Einreichung des Gesuches) in der Schweiz wohnen, wobei die zwischen der Vollendung des 10. und des 20. Lebensjahres in der Schweiz vollbrachten Jahre doppelt gezählt werden.
-> siehe Erwerb der Schweizer Staatsbürgerschaft
 
Einbürgerungsziffer
Die rohe Einbürgerungsziffer misst die Anzahl Bürgerrechtserwerbende bezogen auf 100 Niedergelassene (Ausweis C) und Aufenthalter (Ausweis B) am Jahresanfang.
Einelternhaushalt
-> siehe Familienhaushalt
 
Einfache Steuer zu 100 Prozent
Bei den in der Steuerstatistik (Juristische Personen) aufgeführten Steuerbeträgen handelt es sich um die einfache Gewinn- bzw. Kapitalsteuer zu 100 % des gesetzlichen Ansatzes (§§ 85 bis 91, §§ 98 bis 100a des Steuergesetzes) oder um die Minimalsteuer zu 100 % (§§ 101 und 102 des Steuergesetzes). Die tatsächliche Steuerbelastung ergibt sich durch Multiplikation mit den für Staat und Gemeinden massgebenden Steuerfüssen. Die einfache Gewinnsteuer versteht sich nach Berücksichtigung der Beteiligungsabzüge.
Bei den in der Steuerstatistik (Natürliche Personen) aufgeführten Steuerbeträgen handelt es sich stets um die einfache Einkommens- und Vermögenssteuer zu 100 % des gesetzlichen Ansatzes (§§ 37 und 54 des Steuergesetzes). Die tatsächliche Steuerbelastung ergibt sich durch Multiplikation mit den für Staat und Gemeinden massgebenden Steuerfüssen.
 
Einkommen, Steuerbares
Die in der Steuerstatistik (Natürliche Personen) aufgeführten Einkommensbeträge verstehen sich nach Abzug der gesetzlichen Sozialabzüge (steuerfreie Beträge nach § 36 Steuergesetz). Das tatsächliche (Rein-)Einkommen 2011 ist also um diese Beträge entsprechend höher.
 
Einwanderung (ständige Wohnbevölkerung)
Zuzug aus dem Ausland, um einen festen Wohnsitz im Kanton Thurgau zu nehmen. Dies gilt für Personen mit schweizerischer als auch ausländischer Nationalität. Hinzugerechnet werden zudem ausländische Personen, die von der nichtständigen Wohnbevölkerung in die ständige Wohnbevölkerung wechseln. Diese Personen haben beispielsweise eine neue Aufenthaltsbewilligung erhalten (B statt L) oder sind länger als zwölf Monate im Land.
-> siehe Bevölkerung
 
Energieholz
Holz, welches ausschliesslich für die Energiegewinnung durch Verbrennung genutzt werden soll.
 
Energieträger
Energieträger für die Heizung sowie für die Warmwasseraufbereitung. Werden in einem Gebäude verschiedene Energieträger verwendet, beziehen sich die Angaben auf den überwiegenden Energieträger.
 
Erstfamilie
-> siehe Familienhaushalt
Erwerb der Schweizer Staatsbürgerschaft
Erwerb der Schweizer Staatsangehörigkeit durch eine Person, welche zuvor Staatsbürger eines anderen Landes oder staatenlos war. Diese Person zählt ab dem Datum, an welchem die Schweizer Staatsangehörigkeit erworben wurde, zu den schweizerischen Staatsangehörigen. Es werden fünf Arten des Erwerbs des Schweizer Bürgerrechts durch ausländische Staatsangehörige unterschieden: (1) Ordentliche Einbürgerung; (2) Erleichterte Einbürgerung; (3) Wiedereinbürgerung; (4) Feststellung des Schweizer Bürgerrechts; (5) Adoption durch einen Schweizer Bürger bzw. eine Schweizer Bürgerin (für ein unmündiges ausländisches Kind).
-> siehe Einbürgerung (im erleichterten und ordentlichen Verfahren)
 

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F


Familienhaushalt

FamilienhaushaltEin Familienhaushalt ist ein Privathaushalt mit mindestens einem Familienkern. Ein Familienhaushalt kann auch andere Personen beinhalten, die nicht zum/zu den Familienkern(en) gehören. Es wird zwischen Ein- und Mehrfamilienhaushalten (letztere bestehen aus mehr als einem Familienkern) unterschieden.
Als ein unabhängiger Familienkern gelten ein Paar, ein Elternteil mit Kind oder ein Kind über 25 Jahren zusammen mit einem Elternteil bzw. den Eltern.
Eine Erstfamilie ist ein Haushalt eines (verheirateten oder nicht verheirateten) Paares, in dem nur gemeinsame Kinder der beiden (Ehe-)Partner leben. Eine Fortsetzungsfamilie ist ein Haushalt eines (verheirateten oder nicht verheirateten) Paares, in dem zumindest ein Kind aus einer früheren Beziehung eines der beiden (Ehe-)Partner lebt. Allfällige gemeinsame Kinder des Paares, die mit einem Halbbruder und/oder einer Halbschwester zusammenleben, gehören auch zur Fortsetzungsfamilie.

Bei einem Einelternhaushalt setzt sich der Familienkern aus einem Elternteil und einem oder mehreren seiner Kinder zusammen, unabhängig von deren Alter.
Konsensualpaare sind Paare, die in einer eheähnlichen Gemeinschaft leben und nicht miteinander verheiratet sind.
-> siehe Kind (in einem Haushalt)


Fortsetzungsfamilie
-> siehe Familienhaushalt

 

 

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G

 

Gebäude
Gebäude sind auf Dauer angelegte, mit dem Boden fest verbundene Bauten, die Wohnzwecken oder Zwecken der Arbeit, der Ausbildung, der Kultur oder des Sportes dienen. Bei Doppel-, Gruppen- und Reihenhäusern zählt jedes Gebäude als selbständig, wenn es einen eigenen Zugang von aussen hat und wenn zwischen den Gebäuden eine senkrechte vom Erdgeschoss bis zum Dach reichende tragende Trennmauer besteht.

Die Bau- und Wohnbaustatistik (BAU) umfasst sämtliche Gebäude, unabhängig von deren Nutzung. Die Gebäude- und Wohnungsstatistik (GWS) bezieht sich ihrerseits auf alle am 31. Dezember des Bezugsjahres in der Schweiz bestehenden Gebäude mit Wohnnutzung. Sie umfassen reine Wohngebäude (Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser), Wohngebäude mit Nebennutzung (z.B. Wohnhäuser mit Gewerbe, Bauernhäuser u.dgl.) sowie Gebäude mit teilweiser Wohnnutzung (z.B. Verwaltungsgebäude oder Schulhäuser mit Abwartwohnung aber auch Hotels, Spitäler, Heime, etc.).
 

Gebäudekategorie
Es werden folgende Kategorien unterschieden:

  • Wohngebäude umfassen die reinen Wohngebäude und die Wohngebäude mit Nebennutzung.
    • Reine Wohngebäude sind Gebäude, die ausschliesslich aus Wohnungen bestehen. Sie werden in zwei weitere Kategorien aufgegliedert
      - Einfamilienhäuser: reine Wohngebäude mit einer Wohnung
      - Mehrfamilienhäuser: reine Wohngebäude mit mehr als einer Wohnung.
    • Wohngebäude mit Nebennutzung sind Gebäude, die hauptsächlich Wohnzwecken dienen
  • Gebäude mit teilweiser Wohnnutzung: dazu gehören für Kollektivhaushalte bestimmte Gebäude (Hotels, Spitäler, Klöster, usw.) sowie Gebäude, die hauptsächlich anderen als Wohnzwecken dienen, wie Fabriken, Verwaltungsbauten, Schulen usw., unter der Bedingung, dass diese über mind. eine Wohnung oder separate Wohnräume verfügen.
Geöffnete Betriebe (Hotel- und Kurbetriebe)
Anzahl der im Erhebungsmonat während mindestens einem Tag geöffneten Betriebe
 
Geschosszahl
In der Berechnung der Geschosszahl ist das Parterre eingeschlossen. Dach- und Untergeschosse wurden nur gezählt sofern sie mindestens teilweise für Wohnzwecke vorgesehen waren. Kellergeschosse hingegen fallen bei der Berechnung ausser Betracht.
 
Grossvieheinheit (GVE)
Die Grossvieheinheit ist eine Einheit, dank der die verschiedenen Nutztiere miteinander verglichen werden können. 1 GVE entspricht dem Futterverzehr und dem Anfall von Mist und Gülle einer 650 kg schweren Kuh. Auf dieser Grundlage werden Umrechnungsfaktoren in Abhängigkeit von Alter und Geschlecht des Tieres verwendet (z.B. entspricht ein über 1-jähriges Schaf 0,17 GVE).
 

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H

 

Haushalt
Bei Haushalten wird nach Privathaushalten und Kollektivhaushalten unterschieden. Einen Privathaushalt bilden allein lebende Personen oder eine Gruppe von Personen, die in der gleichen Wohnung leben. Privathaushalte werden weiter unterschieden nach Familienhaushalten, die wiederum in Ein- und Mehrfamilienhaushalte unterteilt werden können, und nach Nichtfamilienhaushalten. Zu Mehrfamilienhaushalten zählen Haushalte mit zwei unabhängigen Familienkernen. Zu den Nichtfamilienhaushalten zählen beispielsweise Wohngemeinschaften.
In Kollektivhaushalten führen die Personen keinen eigenen Haushalt. Kollektivhaushalte sind beispielsweise Alters- und Pflegeheime oder Wohnheime für Menschen mit einer Beeinträchtigung.


Holdinggesellschaften

Holdinggesellschaften

 

Holdinggesellschaften

 

HoldinggesellschaftenUnter den Holdinggesellschaften werden in der Steuerstatistk (Juristische Personen) diejenigen Kapitalgesellschaften und Genossenschaften aufgeführt, welche die Voraussetzungen für den Holdingstatus im Sinne von § 87 des Steuergesetzes erfüllen und daher grundsätzlich von der Gewinnsteuer befreit sind.
Bei den in den Tabellen zum steuerbaren Gewinn und steuerbaren Kapital nach Besteuerungsart aufgeführten Beträgen handelt es sich um folgende Gewinne, welche gemäss § 87 des Steuergesetzes auch bei Gesellschaften mit dem Holdingstatus zum ordentlichen Gewinnsteuersatz besteuert werden:

 

  • Liegenschaftserträge sowie Kapital- und Aufwertungsgewinne von im Kanton gelegenem Grundeigentum.
  • Einkünfte und Erträge, wenn dafür eine Entlastung von ausländischen Quellensteuern beansprucht wird und der Staatsvertrag die ordentliche Besteuerung in der Schweiz voraussetzt.
 

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I

 
Industrieholz
Rohholz, das nicht als Vollholz oder Schnittholz weiterverarbeitet, sondern in weiterer Verarbeitung mechanisch
 

Investitionsanteil (einer Politischen Gemeinde)
Kennzahl zur Beurteilung der Finanzlage einer Politischen Gemeinde. Die Bruttoinvestitionen werden in Prozent der konsolidierten Ausgaben dargestellt. Damit wird ersichtlich, wie hoch der Anteil der Bruttoinvestitionen an den konsolidierten Ausgaben ist. Die Kennzahl zeigt die Aktivität im Bereich der Investitionen und kann ein Hinweis auf eine zukünftige Zunahme der Verschuldung sein. Sie sagt jedoch alleine nichts über die finanzielle Situation der Gemeinde aus. Wie die Investitionen kann auch diese Kennzahl von Jahr zu Jahr sehr stark schwanken. Eine Beurteilung über mehrere Jahre, zusammen mit dem Selbstfinanzierungsanteil, ist deshalb wichtig und sinnvoll.

Formel: (Bruttoinvestitionen x 100) / konsolidierte Ausgaben

Beurteilung:       < 10% schwache Investitionstätigkeit
  10 - 20%       mittlere Investitionstätigkeit
  20 - 30% starke Investitionstätigkeit
  > 30 % sehr starke Investitionstätigkeit

Bemerkungen:

  • Die Kennzahl zeigt die Aktivität im Bereich der Investitionen und/oder die Zunahme der Nettoverschuldung an. Sie sagt jedoch für sich alleine genommen nichts über die finanzielle Situation der Gemeinde aus.
  • Wie die Investitionen kann auch diese Kennzahl von Jahr zu Jahr sehr stark schwanken. Eine Beurteilung über mehrere Jahre hinweg, zusammen mit dem Selbstfinanzierungsanteil, ist deshalb wichtig und sinnvoll.
 

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K

 
Kapitaldienstanteil (einer Politischen Gemeinde)

Kennzahl zur Beurteilung der Finanzlage einer Politischen Gemeinde. Der Kapitaldienstanteil ist die Messgrösse für die Belastung des Haushaltes mit Kapitalkosten. Ein hoher Kapitaldienstanteil weist auf eine hohe Verschuldung und/oder auf einen hohen Abschreibungsbedarf hin.

Formel: (Kapitaldienst x 100) / Finanzertrag

Beurteilung:       < 0% sehr tiefe Belastung
  0 - 5%       tiefe Belastung
  5 - 15% mittlere Belastung
  15 - 25% hohe Belastung
  > 30 % sehr hohe Belastung

Bemerkungen:

  • Grössere Gemeinden bzw. Gemeinden mit Zentrumsfunktion arbeiten tendenziell kapitalintensiver. Sie bieten in der Regel Anlagen an, die regional genutzt werden (z. B. Sportanlagen und Kultureinrichtungen) oder betreiben selber Anlagen, die andernorts als Gemeindezweckverband ausgestaltet sind (z. B. Abwasserreinigungsanlagen).
  • Einmalige Ausreisser aus Buchgewinnen oder Einlagen in und Entnahmen aus der Spezialfinanzierungen Liegenschaften Finanzvermögen werden bei der Berechnung dieser Kennzahl neutralisiert.
 

Kind (in einem Haushalt)
Gemeint ist ein biologisches Kind oder Adoptivkind (auch aus einer früheren Beziehung) unabhängig von Alter und Zivilstand, das normalerweise im Haushalt mit mindestens einem Elternteil lebt. Dabei hat dieses Kind aber selbst weder einen eigenen Partner/eine eigene Partnerin noch (ein) eigene(s) Kind(er) im gleichen Haushalt.


Kollektivhaushalt
-> siehe Haushalt
Konsensualpaar
-> siehe Familienhaushalt

 

 

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L

 

 

Landbewirtschafter
Betriebe oder Personen, die Kulturland bewirtschaften. Es ist nicht ausgeschlossen, dass diese zugleich auch Tierhalter sind.
 

 

M

 
Mietpreis
Der Mietpreis ist ein Erhebungsmerkmal der Strukturerhebung der Volkszählung. Es handelt sich um den monatlichen Nettomietpreis, d.h. ohne die Kosten für Heizung, Warmwasser und Garage. Für die Berechnung des Mietpreises bei den Genossenschaftswohnungen wurden weder Rabatte oder Rückvergütungen abgezogen noch Teilzahlungen an Anteilscheinen berücksichtigt.
 

Migrationshintergrund
Zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund zählen Ausländer/-innen und Eingebürgerte der ersten oder zweiten Einwanderungsgeneration, die mindestens ein Elternteil haben, der im Ausland geboren wurde sowie gebürtige Schweizer/-innen mit zwei im Ausland geborenen Eltern.


Minimalsteuer
Juristische Personen mit direktem Grundbesitz im Kanton Thurgau entrichten eine Minimalsteuer, wenn diese höher ausfällt als die Gewinn- und Kapitalsteuer. Bemessungsgrundlage ist der Verkehrswert der Grundstücke. Die veranlagte einfache Steuer der betreffenden juristischen Personen fällt um die Differenz der berechneten Minimalsteuer zur Gewinn- oder Kapitalsteuer höher aus.

Die Auswertung der Minimalsteuer in der Steuerstatistik (Juristische Personen) beinhaltet die berechnete Minimalsteuer sowie die bei den entsprechenden juristischen Personen berechneten Gewinn- und Kapitalsteuern. In den Statistiken bezüglich Gewinn- und Kapitalsteuern sind die bei den betreffenden juristischen Personen berechneten Gewinn- und Kapitalsteuern enthalten. 

 

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N

 

Nettoschuld (+) bzw. Nettovermögen (-) (einer Politischen Gemeinde)
Kennzahl zur Beurteilung der Finanzlage einer Politischen Gemeinde. Die Nettoschuld je Einwohner dient als Gradmesser für die Verschuldung. Sie gibt die Differenz zwischen dem Fremdkapital und dem realisierbaren Finanzvermögen geteilt durch die Anzahl Einwohner an. Die Aussagekraft dieser Kennzahl hängt allerdings von der richtigen Bewertung des Finanzvermögens ab.

Formel: (Fremdkapital - Finanzvermögen) / Anzahl Einwohner

Beurteilung:      bis CHF 1'000 CHF      kleine Verschuldung
  CHF 1'000 - 3'000 mittlere Verschuldung
  CHF 3'000 - 5'000 grosse Verschuldung
  über CHF 5'000 kaum tragbare Verschuldung

 

Bemerkungen:

  • Diese Kennzahl kann durch falsch zugewiesene Rückstellungen (Kontogruppe 20) verfälscht werden. Als Rückstellungen gelten nur solche im Sinne der "Wegleitung zum Rechnungswesen der Thurgauer Gemeinden" gemäss Register 2 , Seite 14. Andere gehören zu den Spezialfinanzierungen/Vorfinanzierungen (Kontogruppe 22).
  • Die Nettoschuld bzw. das Nettovermögen wird immer einschliesslich der Werkbetriebe ausgewiesen.
 
Nettovermögen (einer Politischen Gemeinde)
-> siehe Nettoschuld
 
Nichtständige Wohnbevölkerung
Zur nichtständigen Wohnbevölkerung zählen
• ausländische Staatsangehörige mit einer Kurzaufenthaltsbewilligung (Ausweis L) für eine Aufenthaltsdauer von weniger als zwölf Monaten;
• Personen im Asylprozess (Ausweis F oder N) mit einer Gesamtaufenthaltsdauer von weniger als zwölf Monaten. 
-> siehe Bevölkerung
 

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P

 

Parteidisziplin
Die Parteidisziplin beschreibt, wie viele Panaschierstimmen pro 1'000 eigenen Wahlzetteln und pro parteifremdem Kandidierenden abgegeben werden.
Formel: (Abgegebene Panaschierstimmen einer Partei  / (Total Wahlzettel dieser Partei x Anzahl parteifremde Kandidierende)) x 1'000  


Parteistärke
Die Parteistärke einer Partei entspricht innerhalb eines Wahlkreises dem Anteil der Parteistimmen dieser Partei am Total aller Parteistimmen.
Über mehrere Wahlkreise hinweg (z. B. für die Berechnung der Parteistärke auf Kantonsebene bei Grossratswahlen) muss der Tatsache Rechnung getragen werden, dass den Wählenden in den verschiedenen Wahlkreisen (im Fall von Grossratswahlen bilden die Bezirke die Wahlkreise) eine unterschiedliche Zahl von Stimmen zur Verfügung stehen (entsprechend der Anzahl Sitze im Parlament). Um kantonale Werte zu erhalten, werden daher die abgegebenen Stimmen in eine über alle Wahlkreise hinweg vergleichbare Grösse umgerechnet: die fiktiven Wählenden. Fiktive Wählende der Partei A = ((Total gültige Wahlzettel im Wahlkreis) * (Erhaltene Stimmen Partei A)) / (Total abgegebene Stimmen im Wahlkreis)
Die fiktiven Wählenden sind eine theoretische Grösse und werden pro Wahlkreis (d.h. bei Grossratswahlen: pro Bezirk) berechnet. Die Summe der fiktiven Wählenden aller Bezirke ergibt die fiktiven Wählenden auf Kantonsebene.
Die Parteistärke auf Kantonsebene entspricht dann dem Anteil der fiktiven Wählenden einer Partei am Total gültiger Wahlzettel.

 

 
Pendler

Privathaushalt
-> siehe Haushalt
 
 

R

 
Rückerstattungen (Sozialhilfe)
Die Sozialhilfebeziehenden sind bei verbesserten wirtschaftlichen Verhältnissen und bei realisiertem Vermögen (Erbschaft) zur Rückerstattung verpflichtet. Zu Unrecht bezogene Leistungen sind samt Zins zurückzuerstatten. Bevorschusst das Sozialamt Versicherungsleistungen oder vermögensrechtliche Forderungen gegenüber Dritten, kann diese verlangen, dass ihr die Leistungen direkt ausbezahlt werden.

Die Rückerstattungsansprüche verjähren fünf Jahre seit Kenntnis, in jedem Fall aber 15 Jahre seit der letzten Leistung.

 
Rundholz
Stammholz und Kronenderbholz
 

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S

 

Selbstfinanzierungsanteil (einer Politischen Gemeinde)
Kennzahl zur Beurteilung der Finanzlage einer Politischen Gemeinde. Der Selbstfinanzierungsanteil charakterisiert die Finanzkraft und den finanziellen Spielraum einer Gemeinde. Er gibt an, welcher Anteil des Finanzertrages für die Finanzierung von neuen Investitionen eingesetzt werden kann. Je höher der Selbstfinanzierungsanteil, desto besser stehen die Möglichkeiten, neue Investitionen zu finanzieren.

Formel: (Selbstfinanzierung x 100) / Finanzertrag

Beurteilung:    0 nicht vorhanden
  0 - 10% schwach
  10 - 20%    mittel
  ab 20%

sehr gut

 

Selbstfinanzierungsgrad (einer Politischen Gemeinde)
Kennzahl zur Beurteilung der Finanzlage einer Politischen Gemeinde. Der Selbstfinanzierungsgrad zeigt an, in welchem Ausmass Investitionen durch selbsterwirschaftete Mittel finanziert werden können. Vor allem im Vergleich über mehrere Jahre wird erkannt, ob die Investitionen finanziell verkraftet werden. Ein Selbstfinanzierungsgrad von unter 100 % führt zu einer Neuverschuldung. Liegt der Wert über 100 %, können Schulden abgebaut werden.

Formel: (Selbstfinanzierung x 100) / Nettoinvestitionen

Beurteilung:    unter 70% grosse Neuverschuldung
  70 - 100% volkswirtschtschaftlich verantwortbar
  100% und mehr    langfristig anzustreben

Bemerkungen:

  • Resultieren negative Nettoinvestitionen wird der Selbstfinanzierungsgrad in der Gemeindefinanzstatistik auf 100 % gesetzt, sofern die Selbstfinanzierung positiv war, ansonsten auf -1 %. Werden Nettoinvestitionen von Null ausgewiesen, kann die Kennzahl nicht berechnet werden. In solchen Fällen wird der Selbstfinanzierungsgrad ebenfalls auf 100 % gesetzt, sofern die Selbstfinanzierung positiv war, ansonsten auf -1 %.
  • Aufgrund der grossen Schwankungen bei den Investitionen zwischen einzelnen Jahren muss diese Kennzahl über mehrere Jahre hinweg betrachtet werden. Deshalb wird der Durchschnittswert über 5 Jahre ermittelt, wobei die Berechnung des Durchschnitts aufgrund der Basiszahlen erfolgt.
  • Vergleicht man Gemeinden nur über eine kurze Zeitperiode, können die Gemeindeinvestitionen, die über mehrere Generationen genutzt werden, zu falschen Annahmen verleiten.

 

Sozialhilfeleistungen, Brutto-
Als Brutto-Sozialhilfeleistungen werden die im entsprechenden Rechnungsjahr insgesamt ausbezahlten Unterstützungsleistungen im Rahmen der öffentlichen Sozialhilfe im engeren Sinn bezeichnet. Diese entsprechen der Summe aus den Saldi der folgenden Konti: 581.366.1 (Unterstützung an Thurgauer-Bürger), 581.366.2 (Unterstützung an übrige Schweizer-Bürger), 581.366.3 (Unterstützung an Ausländer), 581.366.4 (Unterstützung an Asylbewerber) 581.366.5 (Unterstützung an anerkannte Flüchtlinge), 581.366.6 (Unterstützung an vorläufig aufgenommene Personen).
 
Sozialhilfeleistungen, Netto-
Die Netto-Sozialhilfeleistungen entsprechen den Brutto-Unterstützungsleistungen abzüglich der im entsprechenden Rechnungsjahr verbuchten Rückerstattungen bzw. Rückvergütungen (Konti 581.436.1 bis 581.436.6) und Staatsbeiträge (Konti 581.461.1 bis 581.461.6). Sie geben Auskunft über die effektive Belastung einer Gebietskörperschaft durch Unterstützungsleistungen.
Die in einem Rechnungsjahr ausgewiesenen Netto-Unterstützungsleistungen werden durch Zeitpunkt und Umfang des Eingangs der Rückerstattungen mitbeeinflusst. Um festzustellen, ob auffallend hohe oder tiefe Netto-Unterstützungsleistungen einer Gemeinde allenfalls durch den Zeitpunkt des Eingangs grösserer Rückvergütungspositionen mitverursacht wurden, ist ein ergänzender Blick auf die Höhe der Brutto-Unterstützungsleistungen hilfreich.
->siehe auch Rückerstattungen
 
Sozialhilfequote
Die Sozialhilfequote bezeichnet den Anteil der Sozialhilfeempfängerinnen und -empfänger, die einmal während des Jahres Sozialhilfe bezogen haben, an der gesamten ständigen Wohbevölkerung. Die Referenzbevölkerung ist seit 2011 die Statistik der Bevölkerung und der Haushalte des Bundesamtes für Statistik (STATPOP des Vorjahres). Bis 2010 basierten die Berechnungen auf ESPOP (Statistik des jährlichen Bevölkerungsstandes). Die Zeitreihen blieben trotz Änderung weitgehend vergleichbar.
-> siehe auch Unterstützungsquote
 
Stammholz
Nutzbarer Stammteil ohne Geäst, Wipfel und Stumpf zerkleinert oder chemisch aufgeschlossen wird.
 
Standardarbeitskraft
Die Standardarbeitskraft ist eine Einheit für die Erfassung des gesamtbetrieblichen Arbeitszeitbedarfs mit Hilfe standardisierter Faktoren (Nutzfläche, Nutztiere, Zuschläge für Hanglage etc.).
 
Ständige Wohnbevölkerung
-> siehe Bevölkerung
 
Steuerfuss
Der Steuerfuss drückt aus, wieviel Prozent der einfachen Steuer als Staats- und Gemeindesteuer geschuldet wird. Für die Berechnung der geschuldeten Staats- und Gemeindesteuer wird die einfache Steuer zu 100 % mit dem Steuerfuss der Wohngemeinde multipliziert.

Der Steuerfuss ist in Prozenten der einfachen Steuer festgelegt. Der Staatssteuerfuss wird durch den Grossen Rat bestimmt. Die Steuerfüsse der einzelnen Körperschaften (Politische Gemeinden, Schulgemeinden, Kirchgemeinden) werden durch die Bürgerschaft genehmigt. Für die Kirchensteuer der juristischen Personen ist das Verhältnis von evangelischen und katholischen Niedergelassenen und Aufenthaltern massgebend (§ 224 StG und § 58 StV).

Für die Berechnung des Gesamtsteuerfusses werden die Steuerfüsse der einzelnen Gemeindekörperschaften zum Staatssteuerfuss hinzugerechnet.
 
Steuerkraft pro Einwohner
Die Steuerkraft pro Einwohner einer Gemeinde entspricht dem Netto-Ertrag aus der Besteuerung der natürlichen und juristischen Personen bei einem Steuerfuss von 100 %, dividiert durch die ständige Wohnbevölkerung am 31.12. des entsprechenden Jahres. Die Steuerkraft pro Einwohner ist derjenige Steuerertrag, der bei einem (hypothetischen) Steuerfuss von 100 % erzielt würde.

Dabei wird die Steuerkraft aufgrund folgender Faktoren ermittelt (vgl. Verordnung des Regierungsrates über das Rechnungswesen der Gemeinden vom 16. Mai 2000, Rechtsbuch 131.2, § 7a):
1. Laufende Steuertabelle der natürlichen und juristischen Personen, der Kapitalabfindungssteuern sowie der Quellensteuern
2. Nachtragstabelle der natürlichen und juristischen Personen
3. Abschreibungstabelle der natürlichen und juristischen Personen sowie der pauschalen Steueranrechnung
4. Nachsteuern

Nicht in die Berechnung einbezogen werden:
1. Ordnungsbussen sowie Ausgleichs-, Verzugs- und Rückerstattungszinsen
2. Abschreibungen von Ordnungsbussen und Zinsen
 
Stockwerk
-> siehe Geschosszahl
 

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T

 
Tierhaltende
Betriebe oder Personen, die Nutztiere halten. Es ist nicht ausgeschlossen, dass diese zugleich auch Landbewirtschafter sind. Dabei werden nicht nur professionelle landwirtschaftliche Betriebe gezählt, sondern auch Hobbytierhalter.
 

 

U

 
Unterhaltsarbeiten, öffentliche
Als öffentliche Unterhaltsarbeiten gelten die Ausgaben von Bund, Kantonen, Gemeinden sowie der öffentlich-rechtlichen Betriebe für Instandhaltung (Wahren der Funktionstauglichkeit durch einfache und regelmässige Massnahmen) sowie Instandsetzung (Wiederherstellen der Funktionstauglichkeit). Nichtbauliche Unterhaltsarbeiten wie Winterdienst werden nicht berücksichtigt. Ebenfalls nicht erfasst werden die nicht bewilligungspflichtigen übrigen Unterhalts- und Renovationsarbeiten der Privaten.
 
Unternehmen
Als Unternehmen wird in der Statistik der Unternehmensstruktur die kleinste juristisch selbständige Einheit bezeichnet. Unternehmen setzen sich aus einer oder mehreren Arbeitsstätten (Hauptbetrieb, Nebenbetrieb, Filialen) zusammen. Eine Arbeitsstätte ist eine räumlich abgegrenzte Einheit eines Unternehmens, wo eine wirtschaftliche Tätigkeit ausgeübt wird.
 
Unterstützungsquote (Sozialhilfe)
Die Unterstützungsquote beschreibt den Anteil der Sozialhilfefälle, die einmal während des Jahres Sozialhilfe bezogen haben, an der Gesamtzahl der Privathaushalte. Ein Sozialhilfefall kann sich dabei auf eine oder mehrere Personen beziehen. Die Privathaushalte werden noch auf der Basis der Volkszählung 2000 ermittelt. Für das Erhebungsjahr 2015 wurde keine Unterstützungsquote mehr berechnet. Ab 2016 soll die Unterstützungsquote von einer Haushaltsquote abgelöst werden, die auf Basis der Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP) berechnet wird.
 

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V

 

Verwaltungsgesellschaften
Unter den Verwaltungsgesellschaften sind diejenigen Kapitalgesellschaften, Genossenschaften und Stiftungen aufgeführt, welche die Voraussetzungen für den Status als Verwaltungsgesellschaft im Sinne von § 88 des Steuergesetzes erfüllen. Diese üben in der Schweiz nur eine Verwaltungstätigkeit, aber keine oder nur eine untergeordnete Geschäftstätigkeit aus. Bei diesen juristischen Personen werden Beteiligungserträge auf qualifizierenden Beteiligungen nach § 86 des Steuergesetzes nicht besteuert. Gemäss § 88 des Steuergesetzes werden dagegen zum ordentlichen Tarif besteuert (und somit in der Statistik berücksichtigt):

  • die übrigen Einkünfte aus der Schweiz;
  • die übrigen Einkünfte aus dem Ausland nach der Bedeutung der Verwaltungstätigkeit in der Schweiz.

 
Vermögen, Steuerbares
Die in der Steuerstatistik (Natürliche Personen) aufgeführten Vermögensbeträge (steuerbares Vermögen) ergeben sich nach Abzug der Schulden und der Steuerfreibeträge (nach § 53 Steuergesetz). In der Steuerperiode 2011 konnten in ungetrennter Ehe oder eingetragener Partnerschaft lebende Personen jeweils 200'000 Franken und alleinstehende Steuerpflichtige 100'000 Franken vom Reinvermögen abziehen. Zusätzlich konnte für jedes nicht selbständig besteuerte (minderjährige) Kind 100'000 Franken vom Reinvermögen abgezogen werden. Das tatsächliche (Rein-)Vermögen 2011 ist also entsprechend höher.
 
Vollzeitäquivalente (VZÄ)
Vollzeitäquivalente drücken aus, wie vielen Vollzeitbeschäftigten das Arbeitsvolumenen der Beschäftigten entspricht. In der Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT) des Bundesamts für Statistik erfolgt die Berechnung der Vollzeitäquivalente aufgrund eines Schätzmodells, da der Beschäftigungsgrad in den Daten der AHV-Register nicht enthalten ist (STATENT beruht wesentlich auf den Daten der AHV-Register).  
 

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W

 
Wohnbevölkerung, ständige und nichtständige
-> siehe Bevölkerung
 
Wohneigentumsquote
Unter Wohneigentumsquote versteht man den Anteilder vom Eigentümer selbst bewohnten Wohnungen (Eigentümerwohnungen) am Bestand der bewohnten Wohnungen, Die Wohnungen, für welche der Bewohnertyp unbekannt ist, wurden für die Berechnung der Quote nicht berücksichtigt.
 

Wohnung
Unter Wohnung ist die Gesamtheit der Räume zu verstehen, die eine bauliche Einheit bilden und einen eigenen Zugang entweder von aussen oder von einem gemeinsamen Bereich innerhalb des Gebäudes (Treppenhaus) haben. Eine Wohnung im Sinne der Statistik verfügt über eine Kocheinrichtung (Küche oder Kochnische).

Ein Einfamilienhaus besteht aus einer Wohnung; Einfamilienhäuser mit Einliegerwohnungen werden als Mehrfamilienhäuser erfasst.

Es werden alle Wohnungen gezählt unabhängig davon, ob die Wohnung für Privat- oder Kollektivhaushalte bestimmt ist.

 
Wohnungsfläche
Die Wohnungsfläche ist die Summe der Flächen sämtlicher Zimmer, Küchen, Kochnischen, Badezimmer, Toilettenräume, Reduits (Abstellräume), Gänge, Veranden usw. Zusätzliche separate Wohnräume (z.B. Mansarden), offene Balkone und Terrassen sowie nicht bewohnbare Keller- und Dachgeschossräume fallen bei der Berechnung ausser Betracht.
Wenn die genaue Fläche nicht bekannt war, wurde ein Schätzwert (Länge der Wohnung X Breite der Wohnung) berechnet. Die Resultate sind deshalb mit einer gewissen Vorsicht auszulegen. Analysen der Flächenklassen können als unproblematisch betrachtet werden.
 

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Z

 
Zimmer
Als Zimmer gelten in den Baustatistiken Wohnräume wie Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer usw., welche als Gesamtes eine Wohnung bilden. Nicht gezählt werden Küche, Badezimmer, Duschen, Toiletten, Reduits, Korridore, halbe Zimmer, Veranden sowie zusätzliche separate Wohnräume ausserhalb der Wohnung.
   
Zimmerauslastung (in Hotel- und Kurbetrieben)
Anzahl Zimmernächte dividiert durch die gesamte Nettozimmerkapazität der betreffenden Periode, in Prozenten ausgedrückt (die Nettozimmerkapazität entspricht der Anzahl Zimmer eines Betriebes im Erhebungsmonat multipliziert mit der Anzahl Öffnungstage dieses Betriebes in dem Monat).
   

Zinsbelastungsanteil (einer Politischen Gemeinde)
Kennzahl zur Beurteilung der Finanzlage einer Politischen Gemeinde. Der Zinsbelastungsanteil ist die Messgrösse für die Belastung des Haushaltes mit Zinskosten. Ein hoher Zinsbelastungsanteil weist auf eine hohe Verschuldung hin. Im Vergleich über mehrere Jahre wird die Verschuldungstendenz und im Vergleich zu anderen Gemeinden die Verschuldungssituation erkannt.

Formel: (Nettozinsen x 100) / Finanzertrag

Beurteilung:    < 0% sehr tiefe Belastung
  0 - 2% tiefe Belastung
  2 - 5% mittlere Belastung
  5 - 8% hohe Belastung
  über 8 %    sehr hohe Belastung

 

Bemerkungen:

  • Grössere Gemeinden bzw. Gemeinden mit Zentrumsfunktion arbeiten tendenziell kapitalintensiver. Sie bieten in der Regel Anlagen an, die regional genutzt werden (z. B. Sportanlagen und Kultureinrichtungen) oder betreiben selber Anlagen, die andernorts als Gemeindezweckverband ausgestaltet sind (z. B. Abwasserreinigungsanlagen).
  • Vereinzelte Gemeinden weisen eine negative Kennzahl aus, die beispielsweise durch Einnahmen aus dem Bootshafen entstehen. Bei dieser Kennzahl keine Berücksichtigung finden die Belastungen aus den entsprechenden Investitionen. Dies erfolgt beim Kapitaldienstanteil, weshalb eine koordinierte Betrachtungsweise angezeigt ist.
  • Einmalige Ausreisser aus Buchgewinnen oder Einlagen in und Entnahmen aus der Spezialfinanzierungen Liegenschaften Finanzvermögen werden bei der Berechnung dieser Kennzahl neutralisiert.