Erwerbstätige, Erwerbsquote

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Grafik 1:
Erwerbsquoten nach Altersklassen und Geschlecht

Ende 2015 waren gemäss Strukturerhebung des Bundesamts für Statistik knapp 150'000 Thurgauerinnen und Thurgauer zwischen 15 und 64 Jahren berufstätig (inkl. Stellensuchende). Das sind 82,8 % der Bevölkerung in diesem Alter. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich die Erwerbsquote der 15- bis 64-jährigen Thurgauerinnen und Thurgauer laufend erhöht. 1990 lag sie erst bei 76,8 %, 2000 bereits bei 80,9 %.

Frauen sind heute öfter berufstätig...
Vor allem Frauen nehmen heute häufiger am Berufsleben teil. So stieg die Erwerbsquote der 15- bis 64-jährigen Frauen zwischen 1990 und 2015 von 60,6 % auf 76,7 %. Gleichzeitig sank die Erwerbsquote der Männer in derselben Altersklasse von 92,4 % auf 88,6 %. Ein wesentlicher Grund dafür liegt in der längeren Dauer der Ausbildung (mehr zum Thema Ausbildung).

....und arbeiten häufig auch während der Familienphase
Das Erwerbsverhalten der Frauen unterscheidet sich jedoch auch heute noch stark von jenem der Männer. Bei den 15- bis 24-Jährigen sind Frauen und Männer gleichermassen in den Arbeitsmarkt eingebunden. Danach entwickelt sich ihre Erwerbsbeteiligung unterschiedlich. Bei den Männern sind nach Abschluss der Ausbildung über 90 % berufstätig. Demgegenüber steigt die Erwerbsbeteiligung der Frauen ab Mitte des dritten Lebensjahrzehnts nicht mehr weiter an und bleibt mit etwa 80 % unter jener der Männer. 
Die Erwerbsbeteiligung der Frauen hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich verändert. Vor allem der familienbedingte Rückzug aus dem Erwerbsleben, den es 1990 und 2000 bei den jüngeren Frauen oft gab, war 2015 weniger ausgeprägt. Dadurch ist die Erwerbsbeteiligung der Frauen ab einem Alter von etwa 30 Jahren heute höher als früher.

Grafik 2:
Erwerbstätige nach ausgeübtem Beruf und Geschlecht

Männer und Frauen arbeiten in verschiedenen Berufen
In welchem Berufsfeld die Thurgauerinnen und Thurgauer tätig sind, ist je nach Geschlecht verschieden. Männer sind am häufigsten in einem Beruf des Managements und der Administration zu finden, gefolgt von Produktionsberufen in der Industrie und im Gewerbe sowie technischen Berufen und Informatikberufen. Frauen dagegen arbeiten am häufigsten in einem Gesundheits-, Lehr- oder Kulturberuf sowie im Bereich Management/Administration.
Insgesamt hat im Vergleich zu 1990 vor allem der Anteil von Produktionsberufen in der Industrie und im Gewerbe abgenommen. Dafür sind Gesundheits-, Lehr- und Kulturberufe sowie Berufe im Bereich Management/Administration häufiger geworden. 

Frauen sind in Kaderpositionen untervertreten
Nach wie vor sind Frauen in Kaderpositionen deutlich untervertreten. Besonders ausgeprägt ist dies im obersten Kader: während Frauen nur vereinzelt Direktionsmitglieder sind, waren es bei den erwerbstätigen Männern im Jahr 2015 2 %. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Arbeitnehmern mit Vorgesetztenfunktion: Knapp jeder vierte der männlichen Erwerbstätigen ist Arbeitnehmer mit einer Vorgesetztenfunktion, bei den weiblichen Erwerbstätigen zählt nur jede siebte Frau dazu.

Grafik 3:
Erwerbstätige nach Arbeitspensum
und Geschlecht

Teilzeitarbeit ist auf dem Vormarsch
Die vermehrte Erwerbstätigkeit der Frauen geht mit einem Anstieg der Teilzeitarbeit (Pensum von weniger als 90 %) einher. Im Jahr 2015 arbeitete ein Fünftel der über 15-jährigen Thurgauer Bevölkerung in einem Teilzeitpensum. 1990 und 2000 waren es erst 12 % bzw. 16 % gewesen. Teilzeitarbeit ist insbesondere bei den Frauen beliebt. Etwas mehr als die Hälfte der erwerbstätigen Thurgauerinnen ging 2015 einer Teilzeitarbeit nach. Bei den Männern hingegen ist Teilzeitarbeit auch heute noch wenig verbreitet. Nur gerade jeder zehnte Mann aus dem Thurgau arbeitet Teilzeit.

Grafik 4:
Erwerbsquote der 55–70-jährigen Bevölkerung nach Geschlecht

Bildvergrösserung: klicken Sie auf die Grafik

Erwerbstätigkeit nimmt bereits vor der Pensionierung ab
Bereits vor Erreichen des ordentlichen Pensionsalters ziehen sich viele Thurgauerinnen und Thurgauer aus dem Berufsleben zurück. Ein Jahr vor dem ordentlichen Pensionsalter waren im Durchschnitt der Jahre 2010/2012 nur noch sechs von zehn Männern und vier von zehn Frauen auf dem Arbeitsmarkt aktiv. Damit erfolgt der Rückzug ins Rentnerdasein bei den Männern heute deutlich früher als noch 1990. Damals lag die Erwerbsquote der Männer selbst ein Jahr vor der ordentlichen Pensionierung noch bei 75 %.

12 % der Männer und 7 % der Frauen arbeiteten im Jahr 2015 über das ordentliche Pensionsalter hinaus. Die Bereitschaft, länger im Erwerbsleben zu bleiben, ist tendenziell gestiegen: 2015 waren 9 % der Bevölkerung im Rentenalter berufstätig, 1990 und 2000 waren es 7 % gewesen.



Publikation

Ausführliche Resultate zu den Erwerbstätigen können der Statistischen Mitteilungen Nr. 2/2017 entnommen werden:

Thurgauerinnen und Thurgauer auf dem Arbeitsmarkt

Tabellen

Ebene Kanton, Jahresdaten

Erwerbsquote der 15–64-jährigen Bevölkerung nach Geschlecht, 1990-2015
Bevölkerung nach Arbeitsmarktstatus und Geschlecht, 2015
Erwerbsquote der 15–64-jährigen Bevölkerung nach Migrationsstatus, 2015
Erwerbsquote nach Alter und Geschlecht, 2015
Erwerbstätige Bevölkerung nach ausgeübtem Beruf und Geschlecht, 2015
Erwerbstätige Bevölkerung nach beruflicher Stellung und Geschlecht, 2015
Erwerbstätige Bevölkerung nach Arbeitspensum und Geschlecht, 2015
Erwerbstätige Bevölkerung nach Arbeitspensum, Alter und Geschlecht, 2015
Erwerbstätige Bevölkerung nach Arbeitspensum, höchster abgeschlossener Ausbildung und Geschlecht, 2015

 Ebene Kanton, gepoolte Daten (2010/2012)

Erwerbsquote der 55- bis 70-jährigen Bevölkerung nach Alter und Geschlecht, 1990–2010/2012

 Ebene Kanton, Bezirke, Gemeinden, gepoolte Daten (2010/2012)

Erwerbsquote der 15–64-jährigen Bevölkerung nach Gemeinden und Bezirken, 2010/2012

Erhebungen und Begriffe

Die Daten zum Thema "Erwerbstätige, Erwerbsquote" (Jahre 2010/2012 und 2015) stammen aus der Strukturerhebung des Bundesamts für Statistik. Die Strukturerhebung wird seit 2010 jährlich im Rahmen der Volkszählung durchgeführt. Dabei handelt es sich um eine Stichprobenerhebung, d. h. es wird nur ein Teil der ständigen Wohnbevölkerung befragt (Personen, die mindestens 15 Jahre alt sind und in Privathaushalten leben). Anschliessend werden die Ergebnisse auf die gesamte Bevölkerung hochgerechnet. Stichproben sind dadurch mit gewissen Unschärfen behaftet. Wie gross der Unschärfebereich ist, wird durch das Vertrauensintervall angezeigt. Dieses gibt den Bereich an, in dem sich der wahre Wert für die Gesamtbevölkerung mit 95%iger Wahrscheinlichkeit befindet.
Durch das Zusammenlegen von Stichproben aus mehreren Jahren ("Pooling"), kann der Unschärfebereich verkleinert werden. Zudem ermöglicht das Zusammenlegen von Stichproben, abhängig von der Fragestellung, Auswertungen für kleinere Gruppen oder Regionen (Ebene Gemeinden) zu erstellen. Die Ergebnisse aus den gepoolten Daten der Jahre 2010, 2011 und 2012 sind als Mittelwert dieser Jahre zu interpretieren.

Die Daten aus den Jahren 1990 und 2000 stammen aus der eidgenössischen Volkszählungen des Bundesamts für Statistik. Um die Ergebnisse aus der Strukturerhebung mit den früheren Volkszählungsdaten vergleichen zu können, wurden die Volkszählungen aus den Jahren 1970-2000 harmonisiert. Definitionen wurden sofern möglich an die heutige Strukturerhebung angeglichen.

Weitere Informationen finden Sie unter
-> Bevölkerung (Erhebungen)

Begriffserklärungen und Definitionen finden Sie im
-> Glossar


Weitere Informationen

Dienststelle für Statistik Kanton Thurgau
-> Bildungsstand der Bevölkerung
-> Pendler

Bundesamt für Statistik
-> Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit
-> Arbeit und Erwerb, Strukturerhebung 2015
-> Pendler