Gebäude- und Wohnungsbestand

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Grafik 1: Gebäudebestand nach Gebäudekategorien

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Grafik 2: Wohnungen nach Zimmerzahl

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Grafik 3: Wohnungen nach Wohnflächengrösse

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Grafik 4: Energieträger für Beheizung

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Ende 2011 zählte der Kanton Thurgau rund 60'700 Gebäude mit Wohnnutzung (inkl. Einfamilienhäuser), in denen insgesamt gut 118'000 Wohnungen untergebracht waren. Seit dem Jahr 2000 hat der Gebäudebestand um 8'080 Einheiten (+15 %) zugenommen. Jedes siebte Wohnhaus im Kanton wurde also nach der Jahrtausendwende erstellt. Allein im Jahr 2011 wurden 805 neue Wohnbauten fertig gestellt.

Ungebrochener Trend zum Bau von Einfamilienhäusern
Gut drei Fünftel (62 %) des gesamten Wohngebäudebestands im Kanton Thurgau sind Einfamilienhäuser und somit etwas mehr als im schweizerischen Durchschnitt (CH: 58 %). Werden nur die nach dem Jahr 2000 erstellen Thurgauer Wohnbauten betrachtet, so beträgt der Anteil der Einfamilienhäuser sogar über 80 %. Im Jahr 1970 war erst jeder dritte Thurgauer Wohnbau (37 %) ein Einfamilienhaus (Grafik 1). Dennoch: nach wie vor sind die meisten Wohnungen in Mehrfamilienhäusern untergebracht - im Jahr 2011 ein Anteil von 48 % aller Wohnungen. 32 % aller Wohnungen verteilen sich auf Einfamilienhäuser und 20 % auf übrige Gebäude mit Wohnnutzung.

Trotz Bauboom noch viele alte Gebäude
Im Vergleich zur Gesamtschweiz gibt es im Kanton Thurgau bis heute relativ viele alte Häuser. Über ein Viertel (27 %) der bestehenden Wohngebäude im Kanton wurde vor 1919 gebaut (CH: 21 %). Bauten aus der Periode 1919 bis 1980 sind im Thurgau im Vergleich zur Schweiz hingegen unterdurchschnittlich vertreten. Nach 1980 intensivierte sich die Bautätigkeit im Kanton Thurgau. Rund 38 % des gesamten heutigen Thurgauer Wohngebäudebestands wurde in den letzten 30 Jahren gebaut (CH: 32 %). Das hierfür notwendige Bauland sowie der stetig steigende Bedarf an Wohnfläche pro Person haben die Siedlungsflächen ausgedehnt. Gemäss Arealstatistik hat sich die Thurgauer Wohnsiedlungsfläche seit Anfang der 1980er-Jahre um 61 % vergrössert, was im nationalen Vergleich überdurchschnittlich ist (CH: +46 %).

Gestiegene Platzbedürfnisse
Im Jahr 2011 hatten 29 % aller Wohnungen im Kanton Thurgau vier Zimmer (Grafik 2). Ein etwas geringerer Anteil der Wohnungen wies fünf Zimmer (21 %) bzw. drei Zimmer (20 %) auf. Wird hingegen die Grössenstruktur der in den letzten fünf Jahren gebauten Wohnungen gesondert betrachtet, zeigt sich ein Trend hin zu grösseren Wohnungen. Bei den modernen Mehrfamilienhäusern, die nach 2005 gebaut wurden, überwiegen die 4- und 5-Zimmerwohnungen. Bei den Einfamilienhäusern dominieren die Wohnungen mit fünf und mehr Zimmern. Aber auch die Wohnfläche hat zugenommen: während 55 % sämtlicher Wohnungen grösser als 100m2 sind, ist es bei den modernen Wohnungen, die nach 2005 gebaut wurden, ein Anteil von 79 % (Grafik 3). Parallel zum Trend hin zu grösseren Wohnungen nimmt im Gegensatz dazu die Anzahl Personen, die gemeinsam in einem Haushalt wohnen, stetig ab.
Ein Grund für die im Vergleich zur Gesamtschweiz überdurchschnittliche Anzahl Einfamilienhäuser und grosser Wohnungen im Kanton Thurgau dürften die unterschiedlichen Bevölkerungsstrukturen zwischen städtischen und ländlichen Regionen sein. Je nach Bedürfnis und Lebenslage bevorzugen die Haushalte eine ländliche Umgebung mit einem grosszügigen Platzangebot (z.B. Familien) oder ein eher urbanes, dicht bebautes Milieu (z.B. Singles, junge Paare). Auch könnte das Preisgefälle zwischen den Zentren (z.B. Zürich, St. Gallen) und eher peripher gelegenen Regionen eine Ursache sein. So sind die Marktpreise für Miet-, Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser sowie Bauland im Thurgau vergleichsweise günstig.

Thurgauer Wohngebäude vermehrt mit Alternativenergien beheizt
Die überwiegende Mehrheit (92 %) aller Gebäude im Thurgau werden über eine Zentralheizung für ein oder mehrere Gebäude mit Wärme versorgt. Nach wie vor wird der grösste Teil aller Wohnbauten mit Erdöl beheizt (45 %). Daneben haben Sonnenkollektoren und Wärmepumpen in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen (Grafik 3). Dennoch sind es insgesamt weniger als 10 % sämtlicher Wohnbauten, die ihren Heizbedarf mit einer dieser Energiequelle decken. Bei Wohnbauten, die nach dem Jahr 2000 gebaut wurden, ist die Wärmepumpe jedoch ein gewichtiger Energielieferant für die Beheizung. Über 40 % der zehnjährigen und jüngeren Einfamilienhäuser werden mit Wärmepumpen beheizt, gefolgt von den Energieträgern Gas (40 %) und Heizöl (12 %).
Wie beim Heizen spielt bei der Erwärmung des Warmwassers Erdöl die bedeutendste Rolle, wenn auch nicht im selben Ausmass. Ein Drittel der Wohnbauten im Kanton decken ihren Energiebedarf für Warmwasser mit Erdöl und beinahe so viele mit Elektrizität (30 %), gefolgt von Gas (23 %) sowie Holz und Wärmepumpe (je 6 %).

...mehr zum Thema:
-> Wohnverhältnisse und Wohneigentumsquote
-> Mietpreise

Zur Erhebung

Angaben, die sich auf das Jahr 2000 beziehen entstammen der Volkszählung 2000. Die aktuellen Angaben zum Jahr 2010 basieren hingegen auf der Gebäude- und Wohnungsstatistik. Im Gegensatz zu früheren Gebäude- und Wohnungserhebungen im Rahmen der Volkszählungen, werden die Informationen zur Gebäude- und Wohnungsstatistik nicht mehr alle zehn Jahre bei Immobilienverwaltungen und Hauseigentümern erfragt, sondern neu jährlich aus dem von Gemeinden und Kantonen nachgeführten eidg. Gebäude- und Wohnungsregister gezogen.

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Tabellen

Ebene Kanton Thurgau (Quelle: Bundesamt für Statistik, Gebäude- und Wohnungserhebung) 

Gebäude mit Wohnnutzung nach Bauperiode und Gebäudekategorie, 2011
[PDF, 115 KB]
[XLS, 50.0 KB]

Gebäude mit Wohnnutzung nach Energieträgern der Heizung und Bauperiode, 2011

[PDF, 116 KB]
[XLS, 47.0 KB]

Gebäude mit Wohnnutzung nach Energieträgern für Warmwasser und Bauperiode, 2011

[PDF, 112 KB] [XLS, 50.0 KB]

Gebäude mit Wohnnutzung nach Heizungsarten und Gebäudekategorien, 2011

[PDF, 116 KB]
[XLS, 49.0 KB]

Wohngebäude nach Bauperiode und Renovationsperiode, 2000

[PDF, 13 KB] [XLS, 18 KB]
Wohnungen nach Anzahl Zimmer, Flächenklassen und Gebäudekategorien, 2011
[PDF, 108 KB]
[XLS, 47.0 KB]
Wohnfläche der Wohnungen nach Zimmerzahl, 2011
[PDF, 100 KB]
[XLS, 46.0 KB]

Durchschnittliche Wohnfläche nach Bauperioden und Anzahl Zimmern, 2011

[PDF, 106 KB]
[XLS, 51.0 KB]

Ebene Gemeinden (Quelle: Bundesamt für Statistik, Gebäude- und Wohnungserhebung)  

Gebäude mit Wohnnutzung nach Gebäudekategorie, 2011 [PDF, 124 KB]
[XLS, 54.0 KB]

Gebäude mit Wohnnutzung nach Bauperioden, 2011

[PDF, 126 KB]
[XLS, 60.0 KB]

Gebäude mit Wohnnutzung nach Energieträgern der Heizung, 2011

[PDF, 40.0 KB]
[XLS, 68.0 KB]
Gebäude nach Hauseigentümertyp und Gemeinden, 2000 [PDF, 26.0 KB]
[XLS, 55.0 KB]
Wohngebäude nach Bauperiode, Renovationsperiode und Gemeinden, Jahr 2000 [PDF, 67.0 KB]
[XLS, 78.0 KB]
  [PDF, 25 kB] [XLS, 47 kB]

Wohnungen nach Anzahl Zimmer, 2011

[PDF, 31.0 KB]
[XLS, 67.0 KB]
Wohnungen nach Gebäudekategorie, 2011
[PDF, 38.0 KB]
[XLS, 63.0 KB]

Zeitreihen (Quelle: Bundesamt für Statistik, Bau- und Wohnbaustatistik)  

Gesamtwohngebäudebestand nach Gemeinden, seit 1970
[PDF, 28.0 KB]
[XLS, 64.0 KB]
Gebäude mit Wohnnutzung nach Energieträgern der Heizung, seit 1990
[PDF, 110 KB]
[XLS, 48.0 KB]

Weitere Informationen

Weitere Angaben, Tabellen und Grafiken zum Gebäude- und Wohnungsbestand finden sich in den Statistischen Mitteilungen - Nr. 1/2013
-> download [PDF, 2.00 MB]

Angaben zur aktuellen Bautätigkeit auf der Seite -> Bauausgaben, Bauvorhaben und Wohnungsbau

Umfassende Informationen und Analyseberichte zu den Themengebieten Siedlungsflächen, Bauen, Wohnen, publizierte das Bundesamt für Statistik in der Publikationsreihe ValeurS.
-> download Nr. 2/2011 [PDF, 1.00 MB]